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Das müssen Sie unbedingt über Dispo und Dispozinsen wissen

Was ist ein Dispokredit?

Beim Dispo handelt es sich um die zwischen Bank und Kunden vereinbarte Überziehungslinie für das Girokonto. Er hat eine unbefristete Laufzeit und kann von beiden Seiten jederzeit gekündigt werden. Für die Inanspruchnahme des Dispos fallen Sollzinsen (Dispozinsen) an die mit dem Kontoinhaber quartalsmäßig abgerechnet werden.

Der Dispokredit zählt zur Gruppe der Verbraucherdarlehen die in § 491 ff Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt sind. Im Finanzbereich ist er unter dem Namen Dispositionskredit, Dispo, Überziehungskredit oder Kontokorrentkredit anzutreffen. Durch die hohen Kreditzinsen ist es meist ratsamer einen Rahmenkredit zu beantragen.

Wie funktioniert ein Dispo?

Der Dispokredit ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Überziehungskredit. Jede Bank hat dadurch die Möglichkeit dem Kunden die Überziehung des Girokontos zu ermöglichen. Für die Nutzung des Dispos verlangen die Bankhäuser hohe Sollzinsen, sodass sich die Inanspruchnahme nur in seltenen Ausnahmefällen lohnt. Für Kredite und Darlehen bekommen Sie meist deutlich günstigere Zinskonditionen angeboten.

Neben dem Dispokredit können Bankkunden in einigen Fällen das Konto über die Dispogrenze hinaus überziehen. Für die Gewährung und Bereitstellung einer geduldeten Überziehung werden zusätzliche Überziehungszinsen fällig. Diese sind dann nochmals höher als die Dispozinsen, sodass schnell viele Zinsen und Gebühren fällig werden.

Tipp: Bitte beachten Sie, dass Ihre Bank für die Nutzung des Dispos keine Bearbeitungsgebühren und Mindestpauschalen für die geduldete Überziehung verlangen darf.

Wie berechnet sich die Höhe des Dispos?

Die Höhe des Dispokredits ist von Bank zu Bank unterschiedlich und richtet sich nach der Bonität, dem monatlichen Einkommen und der Höhe der regelmäßigen Geldeingänge des Kunden. Dies können Gehalt, Renten- oder Unterhaltszahlungen sein.

Der Verfügungsrahmen kann auf Wunsch des Kunden erhöht werden, sofern die Kreditwürdigkeit ausreicht. In der Regel beträgt die Höhe des Dispo das 2- bis 3-fache des monatlichen Einkommens. Natürlich hat auch die Bank das Recht den eingeräumten Dispokredit jederzeit zu kündigen. Dies wird dann der Fall sein, wenn der Dispo regelmäßig ausgereizt oder sogar überzogen wird.

Geduldete und nicht geduldete Kontoüberziehung

Mit dem Dispositionskredit können Kontoinhaber Geld ausgeben, dass eigentlich gar nicht mehr auf dem Konto verfügbar ist. Der eigentliche Sinn dahinter ist der, dass kreditwürdige Kunden kurzfristige finanzielle Engpässe überbrücken können ohne einen Kredit dafür aufnehmen zu müssen. In England und den USA kennt man diesen Vorgang auf als Pay Day Loans – also als Überbrückung bis zum nächsten Gehaltseingang.

Bei der Überziehung des Kontos unterscheidet die Bank zwischen einer geduldeten und einer ungeduldeten Überziehung des Kontos. Nicht geduldet ist die Überziehung des Verfügungsrahmens immer dann, wenn eine Lastschrift mangels Kontodeckung nicht eingelöst werden kann. Manche Geldinstitute lösen diese Lastschriften von Anfang an nicht ein, während andere Kreditinstitute für die nicht geduldete Überziehung sehr hohe Sollzinsen (über 15 Prozent) verlangen.

Haben Sie das Konto überzogen, so können Sie bei der Nutzung des Dispos keinen Widerruf geltend machen. Sie erhalten von der Bank hierbei ein bereits durch die Bereitstellung des Dispos ein Darlehensangebot, dass eine verbindliche Willenserklärung darstellt. Durch die Nutzung des Dispos begründen sie diese.

Höhe der Dispozinsen

Die Höhe der Dispozinsen wird immer häufiger von Verbraucherschützern gerügt und bemängelt. Nicht selten werden Sollzinsen von über 14% für die Überziehung des Kontos in Rechnung gestellt. In Anbetracht des niedrigen Leitzinses und der dadurch verbundenen sehr niedrigen Kreditzinsen stellen sich viele Verbraucher die Frage, wie solch hohe Prozentsätze gerechtfertigt werden können.

Für die hohen Zinsen für den Dispositionskredit gibt es aber auch einige Argumente die für die Banken sprechen. Durch den zur Verfügung gestellten Verfügungsrahmen stellen die Banken ihren Kunden Geld zur Verfügung mit dem sie in der Zeit der Inanspruchnahme nicht arbeiten können.

Zudem stellen Kunden die den Dispokredit dauerhaft in Anspruch nehmen bzw. nehmen müssen ein gewisses Ausfallrisiko dar. Immer mehr private Verbraucher sind überschuldet und könne Rechnungen nur durch dauerhafte Überziehung des Kontos bezahlen. Im Vergleich zur Kreditvergabe kommen solche Kunden relativ leicht zu ihrem Geld, da sie den Dispo unter leichteren Voraussetzungen erhalten haben.

Dieses dauerhafte Ausfallrisiko lassen sich die Banken durch erhöhte Sollzinsen und Gebühren vom Kunden teuer bezahlen. Leider sind viele Kontoinhaber auf den Dispo angewiesen und zahlen lieber die hohen Kreditzinsen als kein Geld zu bekommen oder einen Kredit aufzunehmen. Bei einem Abrufkredit besteht zudem die Gefahr einer Ablehnung, da die Kreditvoraussetzungen hier deutlich strenger sind als bei einer Kontoeröffnung.

Alternativen zum Dispokredit

In der heutigen Zeit der Niedrigzinsen fahren Sie als Disponutzer deutlich günstiger, wenn Sie einen Rahmenkredit aufnehmen und den Dispokredit damit ablösen. Viele Banken weisen ihre Kunden auf dies Möglichkeit deshalb nicht hin, da das Zinsniveau deutlich günstiger ist und sie damit nicht so viel verdienen.

Mit einem Rahmenkredit erhalten Sie einen richtigen Kredit samt Kreditvertrag, der eine Mischung aus Ratenkredit und Dispokredit darstellt. Sie erhalten einen Kreditrahmen zur Verfügung gestellt den Sie bei Bedarf nutzen können. Den Kreditrahmen tilgen Sie als Darlehensnehmer entweder in monatlichen Raten oder in prozentualen Anteilen.

Tipp: Seit 1.3.2016 sind die Banken dazu verpflichtet ihren Kunden zinsgünstigere Alternativen zum Dispokredit anzubieten. Dies müssen Sie bei den Verbrauchern tun, die den Verfügungsrahmen des Girokontos dauerhaft nutzen und dieses Geld in die Lebensführung eingeplant haben. So sollen Verbraucher aktiv vor einer Überschuldung durch die Dispofalle geschützt werden.

Quelle: § 504a Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften im BGB

Kündigung des Dispos

Kontoinhaber können jederzeit mit der Bitte der Löschung des Dispokredits an Ihre Bank herantreten. Auf der anderen Seite können Geldinstitute ebenfalls die eingeräumte Überziehungsmöglichkeit beenden.

Kunden die diese Beratungsangebote nicht in Anspruch nehmen laufen in Gefahr, dass die Bank den Dispokredit dann jederzeit kündigen kann. In der Regel wird dann eine Frist von 30 Tagen zum Ausgleich des Dispos eingeräumt. Auch bei Änderungen in den Vermögensverhältnissen oder bei Eintritt der Arbeitslosigkeit kann de Dispo von der Bank gekündigt werden.

Unser Fazit zum Thema Dispo und Dispozinsen

Jede Bank hat andere Voraussetzungen für die Einrichtung eines Dispos und verlangt andere Dispozinsen. Die Unterschiede können dabei sehr deutlich ausfallen. Vergleichen Sie alle Angebote verschiedener Banken über Vergleichsportale wie check24.de oder Verivox. Lassen Sie sich dabei nicht nur von Wechselprämien oder Startguthaben täuschen.

michileesch