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Mit einem Kontowechsel bares Geld sparen und Prämie kassieren

Mit einem Kontowechsel können Kontoinhaber in der heutigen Zeit jährlich viel Geld sparen. Gerade Filialbanken lassen sich die Personal- und Sachkosten sowie den persönlichen Service vom Kunden teuer bezahlen. Direktbanken die nur digital arbeiten und ihre Dienstleistungen im Internet anbieten können ihre Dienstleistungen dagegen deutlich günstiger anbieten. Das liegt daran, dass sie sehr schlanke Verwaltungsstrukturen besitzen und deutliche Einsparungen haben, da die Kosten für Miete und Personal deutlich geringer ausfallen.

Ein Wechsel des Girokontos macht vor allem dann Sinn, wenn die derzeitigen Kosten für die allgemeine Kontoführung, Durchführung von Daueraufträgen, Geldabhebungen am Geldautomaten usw. mehr als 15 Euro im Quartal (60 Euro im Jahr) ausmachen. Prüfen Sie daher Ihre Kontoauszüge und achten Sie bei der vierteljährlichen Abrechnung auf die Höhe der Kontoführungsgebühren, die dort ausgewiesen werden müssen.

Kontowechsel

Kontowechsel Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Der Wechsel des Kontos zu einer günstigeren Bank kann auf der einen Seite bares Geld sparen, ist dafür jedoch mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Damit der Kontowechsel gelingt haben wir für Sie wertvolle und wichtige Informationen zum Thema Girokonto wechseln gesammelt und Ihnen in diesem Ratgeber kostenlos zur Verfügung gestellt.

Viele Geldinstitute werben neue Kunden mit kostenlosen Girokonten und bieten neuen Kunden sogar eine Wechselprämie in Geld oder als Sachleistung.

Mit einem Kontowechsel können Sie also oft doppelt profitieren. Wenn Sie alle notwendigen Schritte richtig ausführen gelingt der Wechsel der Bank problemlos. Wer sich den Wechsel nicht selbst zutraut kann sich von verschiedenen Stellen Hilfe holen oder den Umzug von einem Kontowechselservice durchführen lassen.

Darauf müssen Sie beim Kontowechsel achten

Wenn Sie das Konto wechseln müssen Sie unbedingt darauf achten, dass jede wichtige Stelle über die Änderung der IBAN und BIC informiert sind. Damit der Bankenwechsel reibungslos gelingt müssen Sie auf einige Dinge achten:

  • Daueraufträge automatisch übertragen lassen
  • Kontokündigung nach angemessener Frist
  • Unterschriften seitens des Kunden notwendig
  • Erfassung sämtlicher Zahlungspartner

Nur wenn alle Daueraufträge und Abbuchungsermächtigungen vollständig geändert werden und alle Zahlungspartner über den Kontowechsel Bescheid wissen kann es nicht zu Problemen kommen. Um ganz sicher zu gehen bietet es sich an beide Konten eine gewisse Zeit parallel zu führen.

Gesetzliche und digitale Kontowechselhilfe

Viele Bankkunden haben Angst vor einem Kontowechsel, da Sie viel Bürokratie und Formalitäten befürchten oder sich nicht trauen ihrer derzeitigen Bank zu kündigen. Gerade in ländlichen Gegenden kennen sich Bankberater und Kunde noch persönlich, sodass hier eine gewisse Hemmschwelle vorliegt wenn man das Girokonto wechseln möchte.

Wer sich den Kontowechsel nicht selbst zutraut kann die gesetzliche Kontowechselhilfe in Anspruch nehmen. Seit September 2016 sind die bisherige und die neue Bank gesetzlich dazu verpflichtet sich gegenseitig beim Wechsel zu unterstützen.

So muss ihre alte Bank zum einen der neuen Bank eine Buchungsübersicht der letzten 13 Monate zukommen lassen. Mit dieser Übersicht kann die neue, günstigere Bank alle in Frage kommenden Zahlungspartner schriftlich über die neue Bankverbindung informieren.

Sollte der Kontowechsel nicht reibungslos gelingen und dabei Kosten wie etwa für geplatzte Abbuchungen und zurückgegebene Lastschriften entstehen, so haften die beiden Banken gemeinsam für diese Schäden.

Die Dauer des Kontowechsels muss innerhalb von 12 Tagen durchgeführt sein. Wie gut und wie schnell der Wechsel durch die Banken vorgenommen wird ist aber immer von den beiden Geldinstituten abhängig.

Sie als Kunde müssen ein leider recht kompliziertes Formular ausfüllen wenn Sie die gesetzliche Kontowechselhilfe in Anspruch nehmen wollen. In vielen Fällen ist es ratsamer den von den meisten Banken zur Verfügung gestellten digitalen Wechselservice in Anspruch zu nehmen. Diese können dann in kurzer Zeit online durchgeführt werden und sind wesentlich einfacher und übersichtlicher.

Wechselhilfe durch Zahlungskontengesetz vorgeschrieben

Wie oben beschrieben sind die beiden betroffenen Banken durch das Zahlungskontengesetz gesetzlich dazu verpflichtet Ihnen zu helfen, wenn Sie Ihr Girokonto auflösen und bei einem anderen Geldinstitut eröffnen wollen. Aus dem freiwilligen Service, der vor allem von Sparkassen bereits angeboten wurde, ist jetzt eine Verpflichtung geworden.

Das Zahlungskontengesetz betrifft alle Institute, die für Verbraucher auf dem Markt Zahlungskonten anbieten. Darunter fallen neben den Fillialbanken wie Sparkasse und Volksbanken auch alle Online-Banken.

Die Geldhäuser müssen jeweils in Deutschland ansässig sein und die Konten in der selben Währung (Euro) führen. Ihre alte Bank muss dann innerhalb von 5 Geschäftstagen die Unterlagen und Informationen schicken, sodass der Anbieterwechsel reibungslos ablaufen kann.

Gerne weigern sich Bankmitarbeiter wenn es darum geht dem Kunden beim Wechsel des Kontos zu helfen. Lassen Sie sich nicht in die Irre führen und bestehen Sie auf Ihr Recht auf Wechselhilfe. Sie können Ihrer Bank auch mit dem Gang zur Verbraucherzentrale drohen, sofern diese nicht auf Ihre Anfrage regiert.

Auf der anderen Seite ist Ihre alte Bank in einigen Situationen nicht mehr dazu verpflichtet, ab einem bestimmten Datum, Lastschriften und eingehende Überweisungen anzunehmen und durchzuführen.

Kontowechsel selbst durchführen

Sie können den Kontowechsel natürlich auch selbst durchführen wenn Sie aus Kosten oder aus anderen Gründen die Bank wechseln wollen. In einem ersten Schritt bietet es sich an die momentanen Kosten für das Girokonto zu ermitteln und die Bank nach besseren Konditionen oder einem günstigeren Kontomodell zu fragen.

Ein Kontowechsel sollte nicht mit Gewalt nur wegen einer Prämie oder einer geringen Kostenersparnis  durchgeführt werden, sondern dann wenn man absolut unzufrieden ist oder eine deutliche Senkung der Kosten erreichen kann.

Bevor Sie sich für ein neues Girokonto bei einer anderen Bank entscheiden müssen Sie die neuen Konditionen genau überprüfen. Gerade wenn Sie den Wechsel zu einen kostenlosen Girokonto anstreben müssen die Mindestvoraussetzungen wie kostenlose Kontoführung oder Gratis-Kontoauszüge erfüllt werden. Erhalten Sie bei dem neuen Konto einen Dispo oder wird ein monatlicher Mindesteingang gefordert?

Wenn alle Optionen erfüllt sind können Sie den Kontoeröffnungsantrag ausfüllen und unterschrieben an die Bank zurückschicken. Bei einigen Onlinebanken können Sie das Konto online eröffnen und alles digital erledigen. Wenn Sie Ihre neue IBAN-Nummer und die dazugehörige BIC erhalten haben müssen Sie die bestehenden Zahlungsverpflichtungen mit den neuen Bankdaten aktualisieren.

Dazu ist es in erster Linie wichtig zu wissen, welche Zahlungspartner informiert werden müssen und für welche Daueraufträge ein neues SEPA-Lastschriftsmandat ausgestellt werden muss.

Damit von Ihnen keine Zahlungsverpflichtungen übersehen werden können Sie die Kontoauszüge der letzten 12 Monate durchsehen. Dieser lange Zeitraum ist notwendig, damit Sie auch keine jährlichen Zahlungen wie Versicherungsbeiträge übersehen.

Zahlungspartner über neue Bankverbindung informieren

Die wichtigsten Zahlungspartner die über Ihren Kontowechsel informiert werden müssen sind:

  • Arbeitgeber
  • Rententräger
  • Familienkasse wegen Kindergeld
  • Schulämter wegen BAföG
  • Versicherungen
  • Vermieter
  • Kunden
  • Strom- und Gasanbieter
  • Telekommunikationsanbieter
  • KiTas und Kindergärten
  • Versandhäuser (Amazon usw.)
  • PayPal
  • Vereine
  • GEZ

Als äußerst praktisch hat es sich erwiesen sich die Änderung der Bankverbindung von den verschiedenen Stellen bestätigen zu lassen. Nicht immer kommen die Schreiben der Bank an oder werden von den Zahlungspartnern nicht akzeptiert.

Für den Fall das nicht alle Änderungen der Bankverbindung beim Kontowechsel berücksichtigt wurden bietet es sich an, dass bisherige Konto mit einem Mindestguthaben für mögliche Abbuchungen noch eine gewisse Zeit weiter bestehen zu lassen.

Erst wenn Sie sicher sind das keine Abbuchungen mehr erfolgen können Sie das alte Girokonto kündigen. Die Kündigung des Kontos kann fristlos und formlos erfolgen. Ein bestehendes Restguthaben wird Ihnen von der alten Bank auf die neue Bankverbindung überwiesen.

Welche Unterlagen für Kontowechsel?

Beim Wechsel des Girokontos kann es sein, dass die alte Bank Ihnen keine Unterstützung bieten will. Keine Bank will Kunden verlieren und viele hoffen, dass den Kunden der Kontowechsel ohne fremde Hilfe zu schwierig ist und sie die Unannehmlichkeiten fürchten.

Dabei ist der Gang zu einer neuen Bank wie oben beschrieben nicht schwer und in vielen Fällen auch selbst durchzuführen. Wichtig sind eine gute Vorbereitung des Wechsels und dazu gehört es auch, dass man alle notwendigen Unterlagen  bereits im Vorfeld organisiert.

Unterlagen für Kontowechsel:

  • Alte und später neue Kontonummern (IBAN und BIC)
  • Liste aller Zahlungspartner
  • Liste aller Zahlungsempfänger
  • Übersicht der Daueraufträge
  • Gültiger Personalausweis für Legitimation

Der richtige Zeitpunkt zur Kündigung des alten Kontos

Empfehlenswert ist es das bisherige Girokonto mindestens 3 Monate lang weiter bestehen zu lassen. Nur dann ist ein reibungsloser Übergang zur neuen Bank möglich. Erst wenn die Übertragung aller Buchungen sichergestellt ist kann das alte Girokonto zum Monatsende gekündigt werden.

Kontowechsel trotz offenem Dispokredit

Wer sein Konto wechseln möchte und noch den eingeräumten Dispokredit von seiner Bank in Anspruch nimmt benötigt von seiner neuen Bank ebenfalls umgehend einen Dispo zur Verfügung gestellt. Die Banken sind aber hierzu nicht verpflichtet sind aber bei entsprechender Bonität des neuen Kunden sehr kulant und entgegenkommend.

Natürlich macht es aber keinen guten Eindruck wenn das Konto von Beginn an überzogen wird. Sorgen Sie dafür, dass der Überziehungsrahmen so schnell wie möglich ausgeglichen wird damit die Bank das neue Konto nicht gleich wieder kündigt. Ein Kontowechsel trotz offenem Dispo ist also nicht unbedingt anzuraten.

Das Verbraucherportal biallo.de schreibt dazu, dass der Bundesverband deutscher Banken dazu rät, den Dispokredit vor dem Kontowechsel zurückzuzahlen. Fragen Sie danach, ob die neue Bank den bisherigen Kredit von der alten Bank ablöst. Sonst empfehlen wir Ihnen das das alte Konto so lange zu behalten, bis Sie den Dispo ausgeglichen haben.

Kulante Banken die ein Girokonto mit Dispo anbieten sind die DKB, ING und Meinebank.

Unser Fazit zum Thema Kontowechsel

Ein Kontowechsel kann sinnvoll sein wenn man mit seiner alten Bank absolut unzufrieden ist oder die Höhe Kontoführungsgebühren nicht mehr dem Stand der Zeit entspricht. Es gibt noch einige wenige Direktbanken die absolut kostenlose Girokonten anbieten. Zudem erhalten Sie für den Wechsel fast immer eine Wechselprämie.

Wer sich den Wechsel des Girokontos nicht selbst zutraut kann sich von den Banken oder einem kostenpflichtigen Kontenwechseldienst helfen lassen. Auch das große Vergleichsportal Check24 bietet für Wechsler, die dort das neue Girokonto eröffnen, für viele Konto einen kostenlosen, digitalen Wechselservice an. Ebenso übernimmt das Portal unerwartete Kosten, die im Zusammenhang mit der Eröffnung des neuen Kontos enstehen.

michileesch